Das Jobwunder, das keines ist!

Die Regierung feiert sich. In Deutschland gibt es so wenige Arbeitslose wie vor 18 Jahren, die Zahl der freien Stellen legt deutlich zu.

 

Doch wahr ist:

Die offiziellen Daten beschönigen die tatsächliche Lage auf dem Jobmarkt. Noch immer fehlen Millionen Jobs.

 

Alles prima also in Deutschland?

 

Offiziell sind nur noch knapp 2.950.000 Menschen ohne Arbeit. Allerdings sagt diese amtliche Jubelzahl nur bedingt etwas über die tatsächliche Situation auf dem Arbeitsmarkt aus.
Zu diesen Aspekten hört man wenig von den zuständigen Politikern. Dass sich von der Leyen, Brüderle und Kanzlerin Angela Merkel bei den Details zum Arbeitsmarkt vornehm zurückhalten, hat einen simplen Grund: Diese sind nicht wirklich prickelnd.

 

Millionen Menschen tauchen in der Statistik nicht auf.
Zwar steigt die Zahl der Menschen, die überhaupt arbeiten gehen, seit Monaten. Das ist positiv für eine Volkswirtschaft.
Nur boomen vor allem geringfügige und unsichere Formen der Beschäftigung.
Es gibt rund fünf Millionen Deutsche, die zum Beispiel einen 400-Euro-Job haben. Mehr als 2,2 Millionen verdienen sich mit einem Mini-Job etwas dazu.
Und wer eine vermeintlich feste Anstellung findet, landet immer öfter bei einer
Zeitarbeitsfirma.
Diese Branche feiert derzeit einen Rekord nach dem anderen. 900.000 Deutsche arbeiten trotz der wirtschaftlichen Erholung nur dann, wenn sie gerade gebraucht werden.
Hinzu kommt:
Millionen Menschen tauchen überhaupt nicht in der Statistik auf!
Obwohl sie de facto arbeitslos sind, befanden sich zuletzt fast 1,5 Millionen Deutsche in staatlicher Beschäftigungstherapie. Sie arbeiteten als Ein-Euro-Jobber, waren in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen oder machten irgendeine Qualifizierung.
Das Gros dieser Menschen empfindet sich als arbeitslos - ist es nach amtlicher Lesart aber nicht.
Auch gibt es Hunderttausende Leistungsempfänger, die nicht als arbeitslos gelten, von denen viele aber gern einen Job hätten. Etwa allein erziehende Mütter, die keinen Kita-Platz für ihre Kinder finden oder Personen, die aus Kostengründen ihre Angehörigen selbst pflegen.
1,2 Millionen Arbeitslose haben keine Berufsausbildung
Zusätzlich existieren hunderttausende Menschen, die in der Fachsprache "Stille Reserve" heißen, weil sie potenziell arbeiten möchten, aber nicht aktiv nach einer Stelle suchen. Zählt man alle diese Personen zusammen und rechnet diejenigen heraus, die in mehreren Statistiken auftauchen, fehlen unterm Strich wohl 4,5 Millionen Stellen. Vielleicht sogar fünf Millionen. Das ist deutlich mehr, als die Regierung durch ihre 3-Millionen-Jubelmeldung suggeriert.